Once Upon a Time… in Hollywood

Once Upon a Time… in Hollywood ★★★★★

Hallo liebe Leute, hier ist Allen Kincade …


… Heute sind wir hier am Set von „Once Upon a Time in Hollywood“, mit dabei die beiden Stars des Filmes, Leonardo DiCaprio und Brad Pitt. Zum Einstieg des Interviews, erzählt mir etwas über eure Figuren Rick Dalton und Cliff Booth.

Leonardo DiCaprio: Erstmal freut es mich Sie, Mr. Kincade, hier begrüßen zu dürfen. Um Ihre Frage zu beantworten: Rick Dalton ist der typische Bösewicht geboren um zu sterben – nicht mehr und nicht weniger.

Allen Kincade: Könnten sie das näher ausführen, Mr. DiCaprio?

Leonardo DiCaprio: Ja, gerne. Da müssen wir zu den Anfängen meiner Laufbahn gehen die bereits früh, als Jugendlicher begann. Ich wurde hineingestoßen in dieses Business, wurde vom „Kinderdarsteller“ zu einem weichgespülten Schönling dessen Rollenangebote meinen Status als unschuldigen Jüngling und ja, auch als Schwiegermuttersliebling, zementierte. Mein Schicksal ist das von Rick Dalton. Einst ein gefeiertes Talent dem die Türen offenstanden, verpasste er den Absprung aus dieser Spirale des Bösewicht-von-der-Stange.

Allen Kincade: Nun bitte Sie, Mr. Pitt, schildern Sie uns Ihre Figur Cliff Booth.

Brad Pitt: Meine Figur ist jemand aus der zweiten Reihe, der, der im Schatten anderer steht, eigentlich genau das Gegenteil von mir, hahaha. Rick Dalton ist der gefeierte Star im Blitzlicht und dem Klackern des Kameraabzuges, Cliff Booth seine Hosenträger unter seinem Sakko der ihm Halt gibt, ihn stützt und aufbaut, ihm Sicherheit vermittelt, wenn er die Haustüre öffnet, in seinen Wagen steigt und zu seiner Arbeit geht.

Allen Kincade: Erzählen Sie uns die Entwicklung von Rick Dalton, Mr. DiCaprio.

Leonardo DiCaprio: Er bekommt Hilfe, so einfach ist das. Wie mir einst Martin Scorsese half, als er mich für die Rolle Amsterdam Vallon in „Gangs of New York“ verpflichtete, so half Rick Dalton der Produzent Marvin Schwarz. Und wissen Sie was, Mr. Kincade, dank ihm gewann ich mein verlorengeglaubtes Selbstvertrauen und Rick Dalton seines.

Allen Kincade: Trifft das ebenfalls auf Sie zu, Mr. Pitt?

Brad Pitt: Das ich Hilfe bekam?

Allen Kincade: Ja?

Brad Pitt: Natürlich bekam ich hier und da Hilfe von meiner Familie, meinen Freunden und meinen Kollegen, aber so konkret wie das Leo ergangen ist, nein. Wenn wir uns Cliff Booth einmal genauer ansehen, sehen wir einen genügsamen, mit seinem Leben zufriedenen Mann der gerne der Schatten eines anderen ist um dem es sich zufälligerweise um seinen besten Freund handelt. Ich spiele eine Figur die ich selbst zu gerne sein will. Eine Figur ohne Stress durch die Medien die einen auf Schritt und Tritt verfolgen und das Haus belagern und einen belästigen mit Fragen um meine Scheidung, meine Kinder und meine neue Beziehung, egal ob ich gerade in einer bin oder mir eine Pause gönne wie sie wohl jeder verstehen würde, würde es sich um den besten Freund und nicht um einen „Hollywoodstar“ handeln. Ich spiele den, den ich, läge es in meiner Wahl, eigentlich bin und wieder sein will. Cliff Booth wird ebenso auf die Probe gestellt mit der Ankunft Margaret Qualley als Pussycat, wie ich …


Los Angeles Weather …


…. Guten Morgen meine lieben Zuschauer und Zuschauerinnen, es zieht von Südosten, aus der Spahn-Ranch, eine Gewitterfront auf den Cielo Drive. Die Gewitterfront ist eine Tatsache, und sie droht im Laufe des späten Nachmittags sich uns ins Gedächtnis zu rufen. Eine Front bestehend aus dem Entrinnen der Anpassung an die Gesellschaft und das Scheitern in ihr als eine Rebellion die Weltordnung anzuerkennen wie sie ist.

Sie zieht weite Kreise um das Los Angeles 1969 und es droht ein Gewittersturm das über Jahrzehnte Kopfschütteln, Fassungslosigkeit, Unglauben und Trauer um die verlorenen Seelen die zu einem Bestandteil unseres Lebens wurden wie ein guter Nachbar und sogar ein Freund hervorrufen sollte.

Vorerst ballt sie sich über der Spahn-Ranch zusammen, streckt ihre Fühler nach allen Seiten aus und lässt uns Zuschauer schaudernd und bibbernd der grauschwarzen Wolken die sich über unsere Köpfe zusammenbrauen und es nur eine Frage der Zeit ist, wann sich die Himmelspforten öffnen und aus dem geschilderten Zeitportrait, einer sehr nahekommenden Wahrheit die Fiktion bleibt oder zur besagten Tatsache wird …


K-H-J! Los Angeles …


… Heute zu Gast, ich, Euer Discojoke. Freut Euch auf eine Rundreise in die späten 60er mit Roy Head & The Traits und ihrem Hit „Treat Her Right“ oder tanzen wir zu Bob Seger „Ramblin´ Gamblin Man“ und wenn nun Euch das Tanzfieber gepackt hat, schwingt die Hüften zu „Son of a Lovin´ Man“ präsentiert von den unglaublichen Buchanan Brothers.

Ebenso heute mit dabei, eine Hommage an die Western der 50er und dem Jahrzehnt überhaupt – Ihr habt es richtig erfasst, den 60ern. Western in bester Schwarz-Weiß Optik werden Euch präsentiert als ein herauskitzeln der Nostalgie. Dazu erleben wir den wegen Diebstahl an Regierungseigentums gesuchten Michael Murtaugh in der Serie F.B.I als ein Katapult vor dem eigenen Röhrenfernseher mit den Serien „Kobra, übernehmen Sie“ oder „Simon Templer“.

Aber das Beste kommt bekanntlich zum Schluss, und diese Weisheit wird hier, bei „K-H-J! Los Angeles“, natürlich nicht vergessen, unterschlagen oder einfach übersehen, nein, meine lieben Zuhörer und Zuhörerinnen, ich biete Euch grandiose Momente mit einem von Selbstzweifeln geplackten Leonardo DiCaprio als Rick Dalton der sich auch einmal acht Whiskey Sour an einem Abend hinter die Birne kippt, seine Text vergisst und um seine Unsicherheit hervorzuheben, gerne zu stottern beginnt. Aber wartet ab, wenn der Flammenwerfer gezückt wird und es frittierte Nazis und Hippies gibt sowie eine der wohl lustigsten Szenen der vergangenen Jahre in seinem Wohnwagen.

Und vergessen wir bitte ja nicht die coolste Socke auf dem Planteten, und vermutlich selbst jenseits unser Galaxy: Brad Pitt als Cliff Booth. Der geballte Charmebolzen der mit seinen siebenundfünfzig Jahren oberkörperfrei stehend auf einem Dach fitter aussieht wie viele zwanzigjährige. Ein Charme besitzt der selbst mich, als Euer Diskojoke der Heterosexueller ist als eine Wagenladung Stephen McQueens, zum dahinschmelzen bringt und den Drang verspürt – wer kann es ihm verdenken – seine allseits nörgelnde Frau den Haien zum Fraß vorzuwerfen. Nebst dem steht er seinen Mann wie kein zweiter und lässt – wenn die Not am Manne ist – die Fäuste sprechen.

Abgerundet wird dieser von Männern domminierte Reigen von der die „Geburt der Venus“ von Sandro Botticelli gemalten Venus der Neuzeit: Margot Robbie. Ihr Lichtblick ist die süße Frucht unserer Lenden, wenn Ihr mir gestattet dies zu sagen. Sie ist die unbeschwerte Leichtigkeit als Sharon Tate. Die Verlockung und die Anziehung der sich niemand, selbst eine Nonne, entziehen kann. Sie ist der Menschenfänger und der Wehrmutstropfen und der Schandfleck der Geschichte.

Margot Robbie wird zum eigenen Fan und Bewunderer dieser zeitlosen Schönheit aus den 60ern. Die Kameralinse als ein Wegruf an unsere Erinnerungen an sie und für viele eine Neuentdeckung.

Zum Abschluss möchte ich Euch, liebe Zuhörer und Zuhörerinnen mit auf den Weg geben, wo Ihr Euch auch immer aufhält, ruhelos umherirrend auf der Straße, schlaflos sitzend im Garten, fahrend auf dem Highway oder mitten auf der Arbeit: sieht ihn Euch an, dem Film fehlt wohl die Zitierwürdigkeit eines „Pulp Fiction“, die Gewalt eines „Kill Bill Volume 1“, einen Bösewicht wie Hans Landa aus „Inglourious Basterds“ oder der Soundtrack eines „Django Unchaind“, aber er bleibt wohl der unterhaltsamste und lustigste aller Werke von Mastermind Quentin Tarantino.

20oldboy03 liked these reviews

All