Judas and the Black Messiah

Judas and the Black Messiah ★★★★

Judas and the Black Messiah ist die Geschichte von Fred Hampton, dem Anführer einer Gruppe innerhalb der Black Panther-Bewegung und seinem Security-Chief Bill O'Neal, der ihn für das FBI bespitzelte und letztendlich mitentscheidend für seine Hinrichtung durch die Polizei war.

Auf der einen Seite ist Judas and the Black Messiah natürlich eine spannende Geschichtsstunde und beispielweise eine gute Ergänzung zu The Trial of the Chicago 7, da er einige wichtige Hintergründe vertieft und genauer darstellt. Dabei ist Judas and the Black Messiah auch eine differenzierte Beschreibung der Black Panther-Bewegung zwischen Hilfe für hungernde Kinder und dem Aufruf zu Gewalt. Zudem ist Judas and the Black Messiah eine krasse und erschreckende Beschreibung einer Zeit, in der das FBI mit aller Gewalt und unnötiger Härte gegen Afroamerikaner vorging.

Doch am besten funktioniert Judas and the Black Messiah als Psychogramm zweier unterschiedlicher Männer, die versuchen ihren Weg im Wahnsinn zu finden, bei dem die Eskalation in jeder Sekunde möglich ist. Daniel Kaluuja und Lakeith Steinfield spielen beide absolut herausragend und hätte beide einen Oscar verdient. Schade, dass beide gemeinsam in der Kategorie des besten Nebendarstellers nominiert sind.

Denn mit ihrer Leistung haben mir beide die historischen Figuren extrem nah gebracht und dem historischen Hintergrund damit ein echtes Gesicht gegeben. Und in Nebenrollen können dazu noch Jesse Plemons und Martin Sheen glänzen.

Judas and the Black Messiah ist ein schockierender Film, der herausragend besetzt und gespielt ist und sich jede Oscar-Nominierung redlich verdient hat. Vor allem Daniel Kaluuja ist mir mit seinen revolutionären Reden richtig unter die Haut gegangen. Ein tolles und erschreckendes Bild einer Zeit, die in den USA auch heute oft gar nicht so weit weg erscheint. Ganz großes Kino.

Ben79 liked this review