The Hobbit: An Unexpected Journey

The Hobbit: An Unexpected Journey ★★★

Ich bin sehr kritisch an die "Der Hobbit" - Trilogie herangegangen und wurde tatsächlich positiv überrascht. Und da ich an einem Tag alle drei Filme gesehen habe, ich so zum Zeitpunkt des Verfassens dieser Review schon die gesamte Trilogie gesehen habe und auch viele Stärken sowie Schwächen auch auf die ganze Trilogie anwendbar sind, werde ich in dieser Kritik viel über diese schreiben, also nicht nur spezifisch über diesen Film. Das bedeutet ebenfalls, dass die Kritiken zu den Nachfolgern etwas kürzer ausfallen werden.

Der wohl größte Kritikpunkt an den Hobbit-Filmen ist die immense Länge, der erste dauert unglaubliche 169 Minuten und wenn man bedenkt, dass das Buch "gerademal" knapp 400 Seiten lang ist, kann man sich schon denken, dass der Stoff des Originalbuches deutlich gestreckt werden musste um eine Trilogie zu kreieren, die zwischen 8- 9 geht, je nachdem ob man sich nun durch die Extended Edition quält oder nicht.
Und diese Ausdehnung des Materials merkt man an jeder Stelle, nicht nur der erste, sondern alle Filme dieser Trilogie sind zu lang geraten. Es wäre besser gewesen aus den 8-9 Stunden 5-6 zu machen, das hätte völlig genügt, doch Peter Jackson steht nun mal auf Überlänge, wobei diese ihm zum Verhängnis wird.
Denn "Der Hobbit: Eine unerwartete reise" zieht sich und zieht sich, da hilft es auch nicht, dass ich bei diesem Film tatsächlich nun zum ersten Mal zur Extended Version gegriffen habe, dannach habe ich auch wieder sehr schnell die Finger davon gelassen.
Ich habe überhaupt nichts gegen langsame Erzählweisen oder Filme, die Actionlos sind, aber trotzdem sollten sie natürlich interessant sien, sodass man sich auf die nächste Szene freut und das gelingt dem Anfang dieses Films weniger als wenig, 40 Minuten wird nichts als gegessen und rumgealbert, was schließlich in einem lächerlichem Lied endet, das unfreiwillig komisch wird.
Solche Momente gibt es zahlreiche, Momente, die gegen den Willen des Films einen Lacher hervorrufen, den er einem eigentlich wann anders entlocken wollte, somit kommen wir nun zum nächsten großen Kritikpunkt.

Der Hobbit ist ein Kinderbuch, das also logischerweise auch kindlich geschrieben ist, was man dem Film ebenfalls des öfteren anmerkt, wie eben bei dem peinlichem Lied, doch das müsste gar nicht so schlimm sein, wenn nicht der Film eigentlich versuchen würde eine ähnlich düstere Stimmung wie in HdR zu erzeugen, was aber aufgrund des zugrunde liegendem kindlichem Buches nicht möglich ist, so wird eine gewisse Düsternis aufgebaut und dann gibt es wieder unwitzige und kindliche Witze, die nicht mal ansatzweise zünden und nicht zu der anderen düsteren Stimmung passen wollen.
Mein Lowlight ist die Trollszene, welche ich wirklich unglaublich grässlich fand, unwitzig, klischeehaft und unlogisch.
Doch bei dieser Szene ist mir noch etwas Anderes aufgefallen...

... das CGI ist nämlich gar nicht mal so gut. Die Trolle sehen wie Vieles maximal mittelmäßig aus und besonders Azog erinnert mich mehr an den Look eines Videospiels als an einen Blockbuster. Ich weiß auch nicht wie das passieren konnte, aber auch, als ich die beiden Nachfolger sah fielen mir einzelne Szenen auf, die besser aussehen müssten für einen Film dieser Zeit mit einem hohen Budget.
Auch, wenn das nicht der größte Abzug für die Trilogie bedeutet, so wollte ich es doch erwähnen, da das mich sehr überrascht hat.

Ein weiterer Fehler, der begangen wurde, war es die Anzahl der 13 Zwerge eben nicht zu verändern und eben nicht einzuführen.
Ich habe mir nach den 3 Filmen nicht eine handvoll Namen der Zwerge gemerkt, da sie null relevant sind, es wird sogar nur bei einem einzigen Zwerg überhaupt versucht ihm einen Charakter zu geben, dieser Zwerg ist Thorin, der nun Richtung Einsamer Berg aufbrechen will, um sich dort die von dem Drachen Smaug besetzte Burg wiederzuholen und so den Zwergen wieder ihr Königreich und eine Heimat zu geben.
Seine Motivation stellt also weniger das Problem da, als, dass auch er ein eher blasser Charakter bleibt, wobei er von den Zwergen noch am meisten funktioniert.
Die Restlichen sind einem als Zuschauer herzlich egal, sie haben keinen Charakter, man erfährt Nichts über sie und sie haben so wenig Screentime, dass man sie schnell verwechselt und so werden sie belanglos. In HdR ist Peter Jackson das mit den Gefährten schon einmal deutlich besser gelungen, denn dort fieberte ich mit jedem Einzelnen mit, hatte um sie Angst und teilte ihre Emotionen, wenn ich diese Erfahrung mit der von der Hobbit Trilogie vergleiche, wird mir immer wieder klar, wie emotionslos diese für mich doch war, aber über Emotionen werde ich in meiner dritten Review einige Worte verlieren.
Die einzigen Charaktere, die gut funktionieren und Charisma versprühen, sind Bilbo und Gandalf, sowie später noch Legolas, bei denen man aber selbstverständlich schon weiß, was mit ihnen geschieht, sodass man nicht mal mit ihnen richtig mitfiebern kann.
Das Prequelproblem eben.
Obwohl dieses bei den Charakteren nicht so schlimm ist, wie bei der Story, denn bei HdR weiß man im Grunde auch, dass Frodo wahrscheinlich überlebt aber, wenn man eben schon weiß, was in der Story passiert ist das deutlich tragischer.
Das wird den Filmen aber weniger zum Verhängnis, da in "Der Hobbit" eben eigentlich eine Geschichte erzählt wird, bei der es nicht um ganz Mittelerde geht, was diese Trilogie allerdings versucht zu vermitteln, aber was dem Buch widerspricht.

Der Film wird in Kritiken oft als episodenhaft bezeichnet und dem kann ich nur zustimmen, denn er wird sehr viel Vorarbeit für Herr der Ringe geleistet, Handlungsstränge werden aufgemacht, als Vorbereitung auf die LOTR Trilogie, es werden Sachen erklärt, angeteasert, das sorgt für noch mehr Länge, bringt die Handlung nicht voran und wird genau das, episodenhaft. Der Nekromant ist ein gutes Beipsiel, wird angesprochen, nur um dann den Rest des Filmes nicht mehr relevant zu sein, da er keine Exposition für den Film, sondern für eine ganz andere Trilogie ist.

Der Bösewicht Azog hat mir auch nicht richtig gefallen können, weder bekommt er einen richtigen Charakter, noch ist er irgendwie interessant.
Auch das Finale mochte ich nicht wirklich gerne, auch hier gibt es unfreiwilliges Comedy Potenzial und ist leider sehr vorhersehbar und klischeehaft.
Vorhersehbar sind die drei Filme des öfteren, gerade der Dritte, aber auch im ersten Teil gibt so manche Momente, bei denen man sich denkt, dass das schon sehr offensichtlich war.

Im Finale gibt es ja auch den Kampf von Azog und Thorin, bei dem ich vorhin sagt, dass er der einzige ist, bei dem versucht wird einen Charakter einzubauen, doch nun das gelingt nicht wirklich. Ich weiß nicht recht, ob er der Protagonist sein soll, da er teilweise so aufgebaut wird, doch da er ebenfalls oft sehr unsympathisch agiert, bin ich mir unsicher. Bilbo funktioniert am besten als Protagonist, hat aber zu meinem Erstaunen in allen drei Filmen einen recht geringen Anteil der Screentime.
So muss ich an der Trilogie nun also auch noch kritisieren, dass mir eine Identifikationsfigur fehlt.

Fazit: Der erste Film der der Hobbit Trilogie hat so einige Probleme, die mangelnde Tiefe der Charaktere, eine Zähigkeit, fehlende Harmonie in der Gruppe, zu viele alberne Witze, kein guter Antagonist und noch ein paar mehr. Doch technisch ist der Film gut, die Welt funktioniert weiterhin, genauso, wie die etablierten Charaktere und auch die Handlung ist interessant.

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