Dune

Dune ★★★½

Es ist erschreckend, wie düster und nüchtern, Villeneuve die Welt von Dune zeichnet. Die politischen Fronten scheinen schon lange erkaltet zu sein, so dass nur noch Formalitäten über den Unmut hinwegtäuschen. Diese politischen Situation kreiert eine Anspannung, welche die Figuren mit Hilfe der Hierarchische Strukturen und einer gewissen Emotionalen Distanz zu übertünchen versuchen. Es ist schon seltsam, dass genau diese Fassade dafür sorgt, den Figuren folgen zu wollen. 
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Mir fehlen noch immer die Worte. Die Figuren sind trotz gewisser Distanz interessant, Audiovisuell wird man förmlich erschlagen, Hans Zimmer‘s Score schafft eine dichte Atmosphäre und verleiht der ganzen Welt zusätzlich noch eine gewisse kulturelle Identität. Trotz, dass sich Villeneuve im Gegensatz zur alten Verfilmung mehr Zeit lässt, hat der Film ein enormes Tempo, welches erst am Ende [wenn Lady Jessica und Paul auf Stilger und die restlichen Fremen treffen] abnimmt -vielleicht ist er manchmal sogar etwas zu schnell. 
Paul dabei zu sehen, wie er mit fortschreitender Laufzeit immer mehr Angst vor sich selbst und seiner Zukünftigen Macht bekommt, ist verdammt Spannend und intensiv. 
Auch der Kolonialismus wird Thematisiert, zwischendrin hatte ich immer mal wieder das Gefühl, dass Spice auf meinen Lippen zu schmecken und noch viel mehr…….-einfach Wow! 

Allerdings fehlt auch etwas. Die Wendung mit Dr. Yueh, welcher Haus Atreides verraten hat, weil seine Frau von den Harkonnen gefangen und gequält wurde, war schwach geschrieben. Ich dachte mir in dem Moment nur: „Ach du hast eine Frau?“
Eine Andeutung oder vllt ein kompletter Subplot hätte hier für noch mehr Spannung und einem besseren Einfühlungsvermögen gesorgt, statt diesem Random Moment.
Zudem kommen Baron Harkonnen und vor allem der Imperator viel zu kurz, wenngleich das Mysterium um letzteren auch gut aufgebaut wurde. 
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Warum ab und an in einigen Kritiken der Begriff White Savior fällt -ist mir schleierhaft.
Denn ein White Savior rettet im Alleingang Schwarze aus einer Notsituation und uns wird dabei stetig impliziert, dass schwarze Menschen sich selbst nicht zu helfen wissen. 
Weder Leto noch Paul Atreides glauben, dass die Fremen gerettet werden müssen oder selbst dazu nicht im Stande sein. Sie suchen eher einen starken Verbündeten, um gemeinsam den Kampf gegen den Imperator bestreiten zu können. Zumindest erzählt dies uns Part One, wie man den Film in puncto dessen bzw. insgesamt bewertet, hängt letztendlich vom Nachfolger ab -denn dies ist erst der Anfang.

DeNiro liked these reviews

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