Pan's Labyrinth

Pan's Labyrinth ★★★★½

Beinahe ein ganzes Jahr ist es her, seitdem ich Guillermo del Toro's Fantasy-Kriegsdrama Pan's Labyrinth das erste und letzte mal gesehen habe. Seither habe ich mich aber vor einem Rewatch dessen gedrückt, wofür es zwar einige Gründe gibt, diese aber alle in einem Punkt zusammengefasst werden können, da sowieso alles auf das selbe Ende zu läuft, egal wie sehr man sich dagegen wehrt.

Alles auf das selbe Ende? Nun, wer Pan's Labyrinth noch nicht gesehen hat, wir am Anfang und am Ende ein wenig verwirrt sein, zumindest für eine kurze Zeit, bevor alles Sinn macht, allerdings soll es nicht darum gehen, in wiefern die Handlung zusammengeschnitten wurde, sondern eher darum, wie stark ihre Magie auf den Zuschauer wirkt. Die Geschichte rund um die kleine Ofelia, welche sich auf eine Reise begibt, die von den Erwachsenen als Quatsch empfunden wird, für sie aber die Flucht aus dem brutalen Leben in der Gegenwart ihres Stiefvaters, dem Capitàn Vidal, darstellt. Eine Reise, welche aus Fantasy-Elementen mit einer starken Prise an Kriegsdrama vermischt wird und sowohl die schönen Seiten des Kind seins, als auch die erbärmliche, brutale Seite des damaligen Spaniens zeigt. Eine Reise, welche von Anfang bis Ende mit seinen magischen Sequenzen, Aufgaben sowie der expliziten Gewaltdarstellung und einem zu Tränen rührenden Ende überzeugt und nicht mehr so schnell vergessen wird.

Ja, die Effekte mögen aus heutiger Sicht nicht mehr allzu gut aussehen, aber dass sollte nicht die Qualität von Pan's Labyrinth einbüßen, vor allem wenn man mal bedenkt das der Film von seiner Narrative und seine Practical Effects lebt, welche übrigens auch noch heute wirklich schön aussehen und perfekt in diese Märchen-Prämisse passen! Die Cinematography bastelt mit der sich immer abwechselnden Prämisse, seinen wenig, aber dafür detaillieren Schauplätzen und einer schönen Beleuchtung viele tolle Bilder, welche genauso magisch sind wie die Geschichte rund um Ofelia...und der Score, welcher, trotz einfachem Summen im Kopf bleibt und immer an die Anfangs- oder Endszene erinnern wird.

Die Darsteller sind Klasse gecastet worden und haben ebenso perfekt ihre Rollen gespielt. Großes Lob geht an Ivana Baquero, welche die Rolle der Ofelia mit einer wirklich starken und teils unvergessliche Leistung verkörpert hat, wie man es selten von einem Kind in ihrem Alter sah. Maribel Verdù, die eine der Hausangestellten des Capitàn's verkörpert, hat versucht Baquero die Show zu stehlen, nur um kläglich daran zu scheitern, wie man am Ende gesehen hat. Sergi Lòpez als Capitàn Vidal, Doug Jones als die kreidebleiche Figur sowie Ariadna Gil haben auch mehr als genug überzeugt, doch stinken sie alle gegen dem Kind, was ihnen die Show gestohlen hat, maßlos ab.

Pan's Labyrinth ist vermutlich das Meisterwerk von Geschichtenerzähler Guillermo del Toro schlechthin. Auch wenn das Wort "Meisterwerk" für die komplette Anzahl an Sternen stehen sollte, hält mich doch etwas von dieser Bewertung zurück. Jedenfalls, wer sich mal verzaubern lassen will, brauch kein Harry Potter gucken, sondern kann auch ganz heimlich zu diesem hier greifen. Enttäuscht wird keiner werden!

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