Alita: Battle Angel

Alita: Battle Angel ★★★

Obwohl ich ein großes Herz für Anime habe, rutschte Alita: Battle Angel bisher halb an mir vorbei. Ich wusste der Film kam raus, ich fand das Steelbook wunderschön, aber hatte auch Angst vor einem Flop. Long Story short, ich hab mir dann doch das Steelbook im Sale kaufen können und Alita: Battle Angel angeguckt.

Alita: Battle Angel hält eine gesunde Balance zwischen der cyberpunkigen Manga-/ und Anime-Ästhetik des 1991 (Manga) beziehungsweise 1993 (Anime) erschienenen Vorbilds und dem westlichen Einfluss unter der Regie von Robert Rodriguez.

Die Erde im Jahr 2563. Seit dem "Großen Krieg" vor ungefähr 300 Jahren leben die verbliebenen Menschen der postapokalyptischen Welt in der Stadt "Iron City" unter der Himmelstadt "Zalem", der letzten verbliebenen Himmelstadt von ursprünglich 12. Auf dem Schrottplatz unter Zalem, mitten in Iron City findet der Wissenschaftler Dr. Dyson Ido Teile eines weiblichen Cyborgs und versucht diesen mit anderen Ersatzteilen wieder zum Leben zu erwecken. Alitas (Wieder)Geburt. Etwas entscheidendes fehlt jedoch: ihre Erinnerung. So entdeckt Alita zunächst die Welt in der sie erwacht ist neu und hilft so auch dem Zuschauer, sich mit dem Szenario vertraut zu machen. Stück für Stück setzt sich das Bild von Iron City zusammen und so wächst auch Alitas Welt um sie herum. Mit ihrer Entdeckungsreise kommen auch die tiefen Schattenseiten zum Vorschein: Mord, Ausbeutung und Betrug bedrohen nicht nur Iron City, sondern gefährden auch Alitas und Dr. Idos Leben.

Alitas Charakter ist durchweg liebenswert und nachvollziehbar, ihre stark an die Original-Vorlage angelehnte Darstellung passt sich gut in das Gesamtbild ein, die Manga-Züge ihrer Erscheinung wirken wie eine bewusste Entscheidung der Erbauer Alitas innerhalb des Filmuniversums. Das macht sie außergewöhnlich und anders und verdeutlicht mehr die Thematik beziehungsweise Fragestellung, ob Menschen und Cyborgs koexistieren und sogar einander lieben können. Die Welt um Iron City und Zalem bietet genug Raum für die zu erzählende Geschichte, stellt die Welt außerhalb allerdings dar wie eine weiße Leinwand ohne Bedeutung.

Alita: Battle Angel ist kein Sci-Fi-Action-Epos, das ein ganzes Cinematic-Universum eröffnen kann. Das muss der Film aber auch nicht. Die 122 Minuten Spielzeit schauen sich flüssig weg, es gibt keine zähen Durststrecken, dafür aber genug Momente die den Film (wieder)sehenswert machen.