Dune

Dune ★★★★½

Dieses gewaltige Gemälde zeichnet die Einzigkeit eines Sci-fi Epos, wie man es zuvor noch nie gesehen hat. Die Vision ist groß, die Informationen beinahe unübersichtlich, sodass genaues zuhören jeden belohnen wird, wobei jene welche die Vorlage genaustens kennen, darüber hinaus noch eindringlicher auf diesen Genuss stoßen werden. Villeneuve gelingt das atemberaubende Kunststück beide Parteien mit einzubeziehen, auch wenn er die volle Aufmerksamkeit des Zuschauers verlangt, um dieses Epos erfassen zu können.

Denn die Handlung bewegt sich keinesfalls zwischen den generischen Gefilden, sondern vereint Raum und Zeit, durch Träume und Visionen, zu der tragischen Rolle seines Protagonisten. Die Welt dreht sich um ihn, und die Zeit läuft immer weiter, strömt durch seinen Kopf, auf unterschiedlichen Wegen entlang, in denen er sogar die Möglichkeiten seines Todes entdeckt. Doch dabei ist er nur ein Produkt, ein Messias für einen Aberglauben, der seit mehreren Jahrtausenden über verschiedene Bevölkerungsschichten hinweg verbreitet wurde. Dennoch ist der Weg, die Hoffnung für diese Menschen und sie Glauben daran, glauben an die Legenden.

Doch dazwischen befindet sich eigentlich nur ein Junge, der aber wie eine perfekte menschliche Maschine zu agieren scheint und sogar noch darüber hinaus erwachsen kann, über Fähigkeiten, die ihm selber fremd sind. Dadurch beginnt er mit sich selbst zu hadern, weil er Träume und Visionen sieht, unter denen er sich selbst nicht mehr wiederfinden kann. Seine Welt, seine Realität scheint für ihn zusammenbrechen, indem er die Vergangenheit und Zukunft, nicht nur von sich selber erkennt.

Das Produktionsdesign ist gigantisch und der Sound von Hanz Zimmer dynamisch, donnernd, fast flehend, schlichtweg von brutaler Gewaltigkeit, um nicht nur die Häuser in ihrer Tragweite bedrohlich erscheinen zu lassen, sondern auch die Bevölkerung mit orientalischen Schwingen, und den Kult der Bene Gesserit mit einem Geflüster aus Stimmen zu zeichnen, was sich zu etwas einzigartigem ergibt.

Die Ökologischen und intergalaktisch Feudalen Zusammenhänge werden nur am Rande dargestellt, weil die Darstellung der gesamten Welt, der Topographie so viele Informationen hervorbringt. Auch wenn andere Informationen der Substanziellen inhaltlichen Darstellung signifikanter gewesen wären, werden hier aber weitestgehend die Informationen abgearbeitet, die Paul auf seinem Weg begleiten werden.

Die Ehrfurcht die Villeneuve vor diesem Monstrum hatte ist spürbar und doch gelingt ihm ein Kunstwerk, was sich besonders auf großer Leinwand, mit mächtigem Sound genießen lassen kann. Die Dimensionen die dieser Film sprengt sind weitreichend, völlig eigen und ermöglichen hoffentlich einen weiteren Film, indem das Universum in seiner Tragweite noch weiter ausgebaut werden kann. (Spoiler)Was ich inhaltlich dennoch Bemängeln muss, ist der der letzte Akt um Liet Kynes, der sich im Buch, doch um einiges Substanzieller und Dramatischer abspielt.