All the Money in the World ★★

Zunächst mal stießen mir bei Alles Geld der Welt die hässliche Farbgebung und die zahlreichen Zeitsprünge negativ auf, die für einige Verwirrung sorgen. Überhaupt ist vieles an dem Film kaum nachvollziehbar oder schlecht erklärt, z. B. die ständigen Änderungen bei der Höhe des Lösegelds.
Die Geschichte rund um die Entführung ist okay, hat man aber schon häufiger gesehen. Große Spannung kommt dabei nur selten auf.
Und dann ist da Christopher Plummer, von dem viel die Rede war. Zum einen aufgrund des Umstandes, dass er Kevin Spacey ablöste, zum anderen aufgrund seiner Schauspielleistung, für die er eine Oscar-Nominierung erhielt. Er ist zwar die interessanteste Figur in diesem Film, bleibt aber die ganze Zeit über ungreifbar. Geld ist für ihn alles. Aber woher kommt bei ihm die unmenschliche, rein ökonomische Denkweise? Da hätte es einer genaueren Beleuchtung seiner Motive bedurft. Stattdessen wirkt er in seiner Kaltherzigkeit noch abscheulicher als die Entführer selbst. Trotz wahrer Begebenheit erscheint das nicht glaubwürdig. 

Alles Geld der Welt verschwendet letztlich zu viel Zeit für seine mäßig spannende Entführungsstory und konzentriert sich zu wenig auf Plummers Figur. Er, der milliardenschwere Geizhals, der nicht bereit ist sein Geld für das Leben seines Enkels zu „investieren“, ist es doch, der den Reiz der Geschichte ausmacht. Und dafür wird ihm einfach zu wenig Raum geboten.