Once Upon a Time… in Hollywood

Once Upon a Time… in Hollywood ★★★★½

Das schönste Märchen seit langer Zeit, ich bin sehr beseelt aus dem Kino gegangen.
Eine große Liebeserklärung an eine verloren gegangene Welt aus B-Movies und Fließbandfernsehen, an die harte Arbeit und das Handwerk, an echte Typen und ehrliche Freundschaft.
Klingt reaktionär? Fühlt sich aber nicht so an. Quentin Tarantino feiert mit einer großen inszenatorischen Eleganz vor allem seine Figuren: Leonardo diCaprio und Brad Pitt sind das schönste Liebespaar seit Ewigkeiten; einfach gestrickte Has-beens, die an der Vergangenheit hängen und sich aber irgendwie über Wasser halten.
Tarantino ist es gelungen, gleichzeitig eine enorm gutaussehende Filmsatire und Hommage zu drehen, einen schmierigen Western einzubauen, unzählige Filmausschnitte und Hinter-den-Kulissen-Spaß, und dabei auch die schrecklichen Verbrechen der Manson-Familie einer alternativen Geschichte zu unterwerfen. Dem IRL bestialisch ermordeten Starlet Sharon Tate schenkt Tarantino schöne Glücksmomente im Kino (inkl. schmutziger Füße) und ein eigenes märchenhaftes Ende. Und dem nach Katharsis hungernden Publikum präsentiert er am Ende auch ein amtliches Massaker zum Brüllen.
Zweieinhalb Stunden waren mir hier viel zu kurz. Tarantinos schönster, warmherzigster, bester Film seit JACKIE BROWN.

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