Alita: Battle Angel

Alita: Battle Angel ★★★

Visuell beeindruckendes Actionspektakel welches jedoch mit einer mässig interessanten Story und eindimensionalen Charakteren daherkommt.

Alita: Battle Angel hat mich ehrlich gesagt wenig interessiert. Obwohl ich in der Manga/Anime Szene durchaus unterwegs bin, habe ich Alita nie gelesen und der Trailer zur Verfilmung hat mich nicht wirklich angesprochen. Die positiven Stimmen der Zuschauer haben es jedoch geschafft mein Interesse zu wecken. Dadurch war eine gewisse Erwartungshaltung da und die Lust auf den Streifen war am Ende sehr hoch! Leider war der Film letzten Endes dann doch nicht mehr als guter Durchschnitt!

In Alita geht es um sehr viele Dinge. Es geht um Zugehörigkeit, um eine kriegerische Vergangenheit, um Liebe, um eine grosse und interessante Welt und um Motorball. Hier zeigt sich dann auch bereits das erste grosse Problem des Films. Er erzählt viel zu viel! Während er sich in der Anfangsphase relativ viel Zeit nimmt um uns die Welt zu erklären, feuert er im letzten Drittel alles nur noch auf einen ab. Durch die zu vielen Handlungsstränge fällt es einem auch schwer wirklich konzentriert bei der Sache zu bleiben. Vieles wird angeschnitten, gerade was die Welt betrifft, und weckt das Interesse des Zuschauers, jedoch wird auch viel zu vieles im Dunkeln gelassen. Gerade alles was Zalem und den Krieg betrifft wird weitesgehend vernachlässigt, obwohl dies die spannendsten Fragen sind. Stattdessen konzentriert sich Alita mehr auf eine unfassbar öde und klischeehafte Liebesgeschichte und eine Vater/Tochter Story die jedoch auch nur geringfügig Wirkung zeigt.

Das zweite grosse Problem sind dann die Charaktere. Alita an sich hat mir gut gefallen. Als Hauptprotagonistin funktioniert sie einwandfrei und sie hatte auch durchaus meine Sympathie auf ihrer Seite. Waltz als ihr Ziehvater Ido war gerade noch so in Ordnung. Er hat sehr schöne und warme Momente mit Alita, aber gleichzeitig bleibt seine Motivation für vieles recht undurchsichtig. Er wechselt auch ziemlich schnell seine Meinung bei den meisten Themen.
Das wars dann aber auch mit den Figuren. Der Rest bleibt so blass dass sie zu keinem Zeitpunkt mein Interesse geweckt haben. Ali und Connelly haben mich mit ihrer Leistung sogar weitesgehend enttäuscht. Natürlich hat das Drehbuch nicht viel hergegeben, aber ihre Motivation für den Film schien wirklich gering gewesen zu sein. Lustlos wandern sie in den Szenerien umher und wirken wie die leblosen und unwichtigen Marionetten die sie am Ende auch sind. Einfach nur enttäuschend! Über Keean Johnson möchte ich nicht allzu viele Worte verlieren. Performance war ok, Charakter an sich furchtbar unsympathisch und seine Handlungen sehr generisch. Das hat es mir nicht ermöglicht mich in irgend einer Weise in die Liebe zwischen ihm und Alita einzufinden.

Positiv muss man jedoch die Technik erwähnen. Das CGI in Verbindung mit dem Motion Capturing wurde toll umgesetzt. In Alita selbst steckt wirklich viel Arbeit und sie hat mich begeistert. Auch die Welt und ihre Bewohner sind toll designt und wirken glaubhaft...bis auf einige kleine Ausnahmen. Der grösste Stilbruch findet mit der Figur von Jackie Earle Haley statt. Grewishka wirkt in den meisten Szenen sehr unnatürlich. Ich kam zu dem Schluss dem ganzen die Bezeichnung "Videospielgrafik" zu verpassen. Grewishka wirkt nicht so perfekt durchmodelliert wie Alita und gerade sein Gesicht wirkt unstimmig. Vielleicht kennt ihr das, ihr guckt einen Film mit CGI und habt dieses Gefühl dass hier etwas nicht ganz richtig ist. Ein Gefühl dass sich etwas nicht "real" anfühlt! Und so ging es mir bei Grewishka. In den Kampfszenen gegen Alita trat hier eine glaubhafte Realität gegen eine künstliche an. Auch bei anderen Cyborgs kam dieses Gefühl auf aber niemals so stark wie bei ihm!

Die Action an sich hat mir dafür wieder recht gut gefallen. War mir teilweise ein bisschen zu ausufernd aber gerade die Motorball Jagd gegen Ende hat richtig Laune gemacht.

Alita: Battle Angel wirkt wie ein vollgestopfer Sack Süssigkeiten. Ein paar davon sind richtig lecker und andere leider sehr geschmacklos. Da die Welt an sich aber relativ viel bietet verstehe ich die positiven Stimmen durchaus. Mir war der Streifen am Ende dann doch einfach zu lang und uninspieriert was seine Themen anbelangte. Trotzdem würde ich mich über einen zweiten Teil freuen. Ein wenig kompakter und fokusierter könnte der richtig stark werden. Ausserdem möchte ich einfach Edward Norton mehr sehen. Am Ende fällt mir die Bewertung dann doch recht schwer. Ich schwanke irgendwo zwischen 2 1/2 und 3. Da der Film mir aber durchaus Lust gemacht hat, mich einmal mit dem Manga zu beschäftigen erhält er doch seine 3 Sterne von mir!

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