Once Upon a Time… in Hollywood

Once Upon a Time… in Hollywood ★★★★½

'Once Upon a Time... in the West' ist der Titel des großen Westernklassikers von Tarantinos Vorbild Sergio Leone (oder hierzulande besser bekannt unter dem griffigen, aber aus dem Hut gezauberten Titel 'Spiel mir das Lied vom Tod'). Der Film war aber auch der Beginn von Leones opernhafter Amerika-Trilogie, die natürlich endet mit 'Es war einmal in Amerika'.

Leone zeichnet seine Version des Aufstiegs eines Landes der unbegrenzten Möglichkeiten - errichtet auf dem Blut seiner zurückgelassenen Legenden. Und genau das macht Tarantino auch.

Fast biografisch zeichnet er einen Lebensabschnitt des fiktiven Filmstars Rick Dalton (DiCaprio) nach - und dessen Stuntdoubles/Freundes Cliff (Pitt). Sie treffen auf die Ikonen ihrer Zeit und möchten als selbst zurückgelassene Legenden wieder zu ihnen aufschließen.

Dass zu diesen 'Ikonen' auch die Charles Manson Family gehört, macht den Film heikel. Wie der Film damit umgeht, macht ihn legendär.

Es ist Tarantinos späte Antwort auf das vielleicht tragischste Ereignis in der Geschichte der Traumfabrik. Ein Ereignis, das die amerikanische Gesellschaft verändern sollte und einen ganzen Zeitabschnitt abrupt beendete.

Insofern hat Tarantinos Amerika-Film jede Berechtigung, in einem Atemzug mit seinen Vorbildern genannt zu werden. Das Drehbuch hätte in dieser Länge und mit diesem (scheinbar) fehlenden Fokus kein Studio durchgewunken, wenn nicht der Name 'Tarantino' draufstehen würde. Das galt aber auch für Leones Filme.

Tarantino bekämpft auf seine Weise die Tragik der Weltgeschichte mit Zelluloid - ähnlich wie in 'Inglourious Basterds'. Dessen Arbeitstitel war nicht umsonst 'Once Upon a Time in Nazi-Occupied France'.

Quentin Tarantino erzählt uns sein Märchen von Amerika. Und Märchen sind oft besser als die Realität.

'Once Upon a Time... in Hollywood...'

[Zu meinem Video: youtu.be/Phk2LVwjTtY]