Beanpole

Beanpole ★★★★½

Filmfest 1 - Film 6

In Beanpole verfolgen wir als Zuschauer zwei Frauen und begleiten sie durch ihre Gefühle in der Nachkriegszeit.

Ich sags fein raus: Das ist einer der intensivsten Kino Erfahrungen die ich jemals mit erleben durfte und für mich der beste Film des Filmfest. Allgemein ist es der beste Anti-Kriegsfilm den ich jemals gesehen habe. Ach komm, es ist einer der besten Filme die ich jemals gesehen habe.

Beanpole behandelt das Thema Nachkriegszeit aus einer sehr interessanten Sicht. Hier werden die zwei Frauen (überragend verkörpert durch Viktoria Miroshnichenko und Vasilisa Perelygina) die ihre Männer verloren haben und ihre dadurch entstehenden emotionalen, seelischen, körperlichen und psychischen Schäden. Das ist wirklich thematisch sehr gut gewählt weil in vielen Kriegsfilmen oft nur von Soldaten, Schlachten oder eben dem Holocaust erzählt wird. Mit dem Thema das sich Beanpole widmet habe ich mich vorher noch garnicht befasst, oder zumindest habe ich an die schlimmen Folgen die auch die Frauen davon trugen nicht beachtet und deshalb war die Erfahrung somit noch intensiver. Gleich zu Anfang wird ähnlich wie bei Corpus Christi gleich perfekt die Tonalität des Films gesetzt und das nicht gerade zimperlich.
Der Film zeichnet die beiden Charaktere so glaubhaft und einfühlsam das ich schon lange nicht mehr so mitfühlen konnte wie hier. Und wenn nicht schon die Thematik an sich hart genug ist setzt der Film noch um ein vielfaches drauf und zeigt die Probleme der Figuren in der Situation um ein vielfaches stärker.

Es war für mich einer dieser Filme in denen ich immer mehr im Leid, Elend und Hoffnungslosigkeit versunken bin. Es ist natürlich selbstverständlich das "Krieg" das schlimmste ist was jemals in der Vergangenheit passiert ist aber trotzdem kam mir auch das wieder in den Gedanken wie schrecklich die Menschen gelitten haben müssen. Beanpole zeigt das ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen wie verstört und kaputt die Menschen sind. Ich bin förmlich im Kinosessel zerschmolzen.
Dennoch sollte man bei Beanpole keinen brutalen Film erwarten der alles offen zeigt und einem ins Gesicht wirft. Es ist ein extrem ruhiger, langsamer Film der den Zerfall zweier Frauen darstellt.

Cinematographisch und allgemein visuell hat mich dieses Werk sehr stark an Krzysztof Kieślowski erinnert. Vor allem was die Farben angeht hatte es sehr viel ähnlichkeit mit "The Double Life of Veronique". Zur Cinematography kann ich einfach nur sagen das sie einfach unfassbar vollkommen ist, jede Einstellung sitzt, die Bilder und Set-Pieces sind perfekt ausgeleuchtet und eingerichtet. Auch gibt es oft Bilder in denen man nur die Gesichter der Protagonistinnen sieht wie sie sich angucken, das erinnerte mich auch etwas an Darren Aronofsky der ja auch sehr nah an den Figuren mit der Kamera klebt und dadurch wird eine intensive Bindung zur Leinwand aufgebaut und vollkommen ausgeschöpft
Das alles fließt am Ende in eines der heftigsten Filmenden die ich jemals gesehen habe.


Ich weiß nicht was ich noch sagen soll. Einer der besten Filme die mit jemals unter gekommen sind.

Max彡 liked these reviews