Pirates of the Caribbean: At World's End

Pirates of the Caribbean: At World's End ★★★½

Junge, Junge. Gore Verbinski weiß was er will!
Und ich kann nicht anders, als diesen kreativen Push, der gerade im dritten 'Pirates of the Caribbean'-Film noch einmal sehr stark zu spüren ist zu respektieren. Ich bin ein Stück weit beeindruckt.
Was einmal als mystisches, swashbuckling Abenteuer begann ist nun vollends und ungeniert ein Fantasyfilm auf dem Meer - und als langjähriger 'One Piece'-Fan, gab es hier einige Elemente, die mich für sich gewinnen konnten. Gerade der enorm atmosphärische Einstieg & das bombastische Finale wissen gut zu unterhalten.

Aber..alles kommt zu seinem Preis...
Und so bekommt man bald den Eindruck, dass Verbinski vor allem die Kirsche, auf zu viel Sahne, auf der Eiskugel, auf der Torte möchte.
Denn es gibt im finalen Film der Trilogie auf einmal so viele Fässer, die neu aufgemacht werden, dass der Film zum einen eine massive Länge bekommt, und zum anderen immer wieder und wieder auf holprige Exposition & plot contrivances zurückgreifen muss. In Maßen wäre mir vieles davon wahrscheinlich nicht aufgefallen - aber die (ausufernde) Menge macht es eben sicht- und spürbar.
Und leider tappt At Worlds End in eine ähnliche Falle, wie schon Dead Man's Chest, wenn auch nicht so massiv - das 2. Drittel zieht sich und zieht sich.
Denn hier müssen die vielen Fronten des Films vorangetrieben werden, was zum einen nicht jedem Fall immer spannend oder wirklich involvierend geschieht. Und zum anderen hat Verbinski in vielen kleinen Momenten und Gags offenbar ebenfalls die 'More! MORE!'-Devise vertreten.
Meiner Meinung nach nicht unbedingt zum Vorteil, denn überzogen lange Kabbelein nutzen sich beispielsweise doch recht zügig ab und werden dann zum Balast beim Schauen. Aber auch Gags waren immer mal wieder entweder spürbar zu lang ausgespielt, sodass dir Wirkung verflog - oder zündeten generell nicht wirklich.

So war der (lange) Mittelteil des Films ein wenig herausfordernd. Die Aussicht auf einen epischen Schluss haben ein gedankliches Aussteigen aber zumindest verhindert. Genauso wie der gefühlt verringerte Einsatz Jack Sparrows und die erneute Präsenz von Barbossa (MVP des Franchises).

Mein Rewatch der PotC-Trilogie hat mich ein wenig ausgesöhnt mit den letzten 2 Teilen, mich aber nichtsdestotrotz noch einmal darin bestätigt, dass das Konzept als bestes im ersten Film funktioniert hat.
Mag sein, dass ich damit recht alleine stehe, aber ich würde mir wünschen, das Franchise würde sich nicht so massiv an Jack Sparrow ketten.
Ich finde die fantastische Welt und möglichen Abenteuer so viel interessanter, als einen überdrehten Piraten. Da würde es mir reichen seperate Geschichten von den Piraten der Karibik zu erzählen, die Captain Jack Sparrow dann unter Umständen immer mal tangiert und etwas aufmischt. Nur vielleicht eben nicht als Held der Reihe.