The Village

The Village ★★

In Zeiten von The Witch & Midsommar fühlt sich The Village wahrscheinlich pudelwohl. 2004 war die Szenerie des Einsiedlerdorfes sicher eine erfrischend willkommene Abwechslung zu den drögen Rom-Com-Flicks, welche zu dieser Zeit die Kinos dominierten. Heute fühlt sich der Film leider wie ein billiges Abziehbildchen der oben genannten, fast meisterlich inszenierten Gruselproduktionen an. Zu Gute halten muss man ihm natürlich, dass er 15 Jahre vorher auf der Bildfläche erschienen war.

Atmosphärisch kann man The Village keinen Vorwurf machen. Die düsteren Bilder eines Dorfes, welches im 19. Jahrhundert stillgestanden zu sein scheint, ziehen einen unnachgiebig in seinen Bann. Bryce Dallas Howard liefert darüber hinaus eine herzzereissende Performance ab.

Andererseits kommt M. Night Shyamalan mit seinem berühmten Plottwist schon sehr früh um die Ecke. Ein massiver Spannungsabfall ist demnach kein Geheimnis. Gegen Ende muss man dann auch einige Augen zudrücken, um das Geschehene auf dem Bildschirm ernst nehmen zu können. Wenn eine blinde Person mit einem Ast in der Hand wild schwingend und planlos durch einen Wald stolpert und ihr Ziel scheinbar mühelos findet, kann man sich nicht über einige Augendverdreher im Publikum beschweren.

The Village wartet wie gewohnt mit einer guten Idee auf. Leider wird dem Twist aber die komplette Sinnlosigkeit untergeordnet. Der Film ist sicher auch wegen Roger Deakins Kameraarbeit einigermassen sehenswert, sollte aber wohl eher als Auftakt und Wegbereiter für die Eingangs erwähnten Kunstwerke gesehen werden.

PS: M. Night Shyamalan, der damals noch junge Regisseur, hatte schon seit geraumer Zeit seine charakteristische Handschrift gefunden. Leider hatte er aber seinen künstlerischen Peak wohl bereits um die Jahrtausendwende erreicht.

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