Silent Hill

Silent Hill ★★

Meine letzte Sichtung von Silent Hill ist eine Weile her und da es den Film gerade bei Amazon für 97c gab, dachte ich mir, ich frisch meine Erinnerung mal wieder etwas auf. Das letzte Mal standen ja auch auch stolze 3.5 Sterne zu Buche.

Nach den rund ersten 45 Minuten dachte ich mir auch noch, dass ich mit den 3.5 sogar zu niedrig angesetzt habe und da noch einmal was drauf legen werde. Denn die Ankunft in Silent Hill sah einfach phantastisch aus. Mit dem Ascheregen setzte auch sofort eine wundervoll-triste Atmosphäre ein und ich war Feuer und Flamme mit Mitchell zusammen die gruselige Stadt zu erkunden, denn was sieht Silent Hill doch phantastisch aus - da konnte ich es auch gut verschmerzen, dass das ausgiebig zum Einsatz kommende CGI etwas in die Jahre gekommen ist.

Doch leider blieb es nicht dabei, denn der Film kümmert sich herzhaft wenig darum Silent Hill zu erkunden, sondern schickt uns anhand einer sagenhaft dümmlichen Story auf eine Schnitzeljagd, die selbst dem unoriginellsten Videospiel peinlich wäre. Vollkommen abseits jeglicher Handlungslogiken werden wir zusammen mit Mitchell und Holden von einem Storypunkt zum nächsten transferiert, ohne dass dies auch nur im Entferntesten irgendeinen Sinn ergeben würde.
Da Silent Hill schließlich auf einem Videospiel basiert, könnte einem dieser Stumpfsinn egal sein, um man vertieft sich einfach in die wunderbare Welt des Spiels. Doch da hat die Adaption leider ganz andere Ziele und anstatt World Building gibt es Hexenjagd-Nonsens mit einer superpeinlichen Fundi-Gemeinde und nebenbei darf Bean verwirrt durch die Gegend laufen. Also statt einem genialen Albtraum darf ich mich mit einer hanebüchenen Story und seelenlosen Charakteren rumärgern. Erschwerend kommt noch hinzu, dass Mitchell leider das Charisma eines Holzbretts aufweist und auch Holden nur für Fremdscham sorgt. Bean irrt derweil weiterhin durch die Gegend.

Dazwischen gibt es immer wieder absolut wunderschöne Einzelszenen, die allerdings vollkommen deplatziert wirken. Allein der Einsatz von Pyramid Head und den Nurses und so unfassbar selbstzweckhaft, dass es schmerzt. Diese haben mit der Story nichts am Hut und sind einfach nur, damit sie da sind. Und wäre das nicht schon schlimm genug, ist alles dazwischen unsagbar öde, sodass man sich sogar auf diesen deplatzierten Unsinn freut.

Wie man das dann auch noch auf über zwei Stunden aufblasen kann, ist mir ein komplettes Rätsel. Schöne Optik, aber das war's dann auch schon.