Flickering Lights

Flickering Lights ★★★½

"What the hell are you doing? Are you shooting my cows?"
"I'm sorry. I didn't know it was yours."

Na hoppla!
Hier steckt ja schon alles drin, was die späteren Meisterwerke des dänischen Ausnahme-Regisseurs Anders Thomas Jensen auszeichnen wird:
Skurrile Figuren, denen das Leben bereits böse mitgespielt hat.

Tragik, ganz nah gebettet an absurde Situationskomik.
Ein unberechenbarer Mads Mikkelsen, der alles was er hat in seine Rolle legt.
Eine Prise Kitsch als Glasur.

Natürlich ruckelt es an der ein oder anderen Stelle; das Pacing ist bei Weitem nicht so sauber minutiös getaktet wie etwa in "Adams Äpfel", man hört den Stift übers Reißbrett ziehen angesichts der arg gewollt konstruierten Story, die herrlich gefilmten Erinnerungssequenzen für jeden einzelnen der Hauptcharaktere sind nicht Küchen-, sondern eher Kneipentoilettentüren-Psychologie.

Für mich fühlte sich das Wiedersehen mit den "blinkenden Lichtern" an, wie beim Klassentreffen 10 Jahre nach Schulabschluss in alten Fotos kramen: Eingestaubte Erinnerungen flackern auf, verjährte Running Gags bekommen ein Comeback, begleitet vom behaglichen Gefühl der Vertrautheit dass sich wie eine Schmusedecke über den Moment legt.

Unbehaglich wird's dann aber doch noch punktuell. Wenn Hauptfigur Torkild beim Eier ausblasen scheitert und von der Freundin seines Kleinganoven-Kumpels verspottet wird. Oder wenn einer provokant schauenden Kuh mit einer Desert Eagle das Licht ausgeknipst wird (don't mess with mad Mads!).

Solide dänische Gangster-Komödie mit dem Herzen am rechten Fleck. Und schon allein sehenswert, weil der alte Klassentreffen-Trinkspruch auch auf das wundervolle Jensen-Ensemble zutrifft: So jung kommt diese Bande halt auch nie wieder zusammen!

"I need some medical attention! Look, the shit is pissing out of me, man!"
"It's a flesh wound! I bleed more when I jerk off, for fuck's sake!"

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