Alita: Battle Angel

Alita: Battle Angel ★★★★

Erfrischend: Endlich mal wieder ein Blockbuster, der sich, seine Welt und seine Figuren ernst nimmt.
Was hier optisch geboten wird, ist der absolute Wahnsinn. Iron City könnte zwar etwas dreckiger sein, aber die Special Effects sind so gut, dass man dieser Welt selbst im cleanen IMAX-3D-Format Glauben schenken kann. Auch Alita selbst wurde so fein dank Performance Capture von Rosa Salazar verkörpert, dass ihr Charakter glaubwürdig und nachvollziehbar ist. Ohne diese Glaubwürdigkeit durch WETA wäre dieser Film zum Scheitern verurteilt.

Da stört es auch nicht, dass der Fokus aufgrund der vielen Figuren und ihren Side-Plots manchmal verloren geht. Dass einige Verhältnisse zueinander nicht funktionieren. Und dass Rodriguez hier Elemente vereint, die inzwischen auch für den gelegentlichen Kinogänger wenig Neues bieten. Aber dafür fasst er diese Elemente des fast 30-jährigen Urwerks innerhalb von 2 Stunden größtenteils sinnvoll und liebevoll zusammen. Und das Wichtigste: Der Film ist sich seiner Manga-Herkunft bewusst und nimmt sich dementsprechend die erzählerische Freiheit heraus, nicht zu viel zu erklären.

Alita: Battle Angel beweist mehr Herz als die meisten Blockbuster der letzten Jahre, denn Rodriguez gibt den ruhigen, wichtigen Momenten Zeit, um der Geschichte und den überraschend harten, (sogar beim Motorball) übersichtlichen Action-Szenen Bedeutung zu geben. Bei all der tollen Action kommen dafür nur leider die psychologischen und soziologischen Elemente des Genres viel zu kurz. Aber auch hier ist die amerikanische Version nicht weit weg vom Original.

Ich wünsche Cameron und Rodriguez, dass dieser Film erfolgreich genug für ein Sequel sein wird. Denn nach Box Office-Flops wie Blade Runner 2049 und Ghost in the Shell wird sich so schnell sonst keiner mehr ans Thema Cyberpunk heranwagen - zumindest nicht mit diesem Production Value.

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