Possessor

Possessor ★★★½

Der junge Cronenberg hat wieder abgeliefert! Sein Körpertausch-Thriller ist so richtig schön crazy, brutal und dann auch noch unversöhnlich genug, um dem Vater alle Ehre zu machen. Bereits mit Antiviral hat er bewießen, dass er es ernst meint und nicht groß vor hat, dem übermächtigen Daddy nachzueifern, sondern seinen ganz eigenen, und so wie es scheint nicht minder kreativen, Weg zu beschreiten!
In einer nicht weiter bestimmten Zukunft, kann man die Identität von anderen Personen durch Gedankentransfer übernehmen, und diese dann beispielsweise eiskalte Morde durchführen lassen (was denn sonst?). Mit dem Tod des "Wirten", wird die Identität des Gedanken-Parasiten dann wieder in seinen ursprünglichen Körper übertragen. Dass diese Verbindung nicht immer ganz fehlerfrei zu funktionieren scheint wird bald klar, und welche Ziele letztlich diese Assassins-Company verfolgt - geleitet übrigens von Jennifer Jason-Leigh - wird sich auch erst nach und nach offenbaren.
Die visuellen Kraft der Bilder liegt Brandon Cronenberg sichtlich im Blut, seine Kompositionen sind gut durchdacht, denn sie verbinden einerseits dramaturgische Fäden, stechen aber auch für sich als Schauwerte heraus. Wer nackte Haut und Splatter erwartet, wird jedenfalls nicht enttäuscht!
Das Ende ist dann noch eine eigene Nummer für sich, die dem Zuschauer zumindest eines abverlangt: die volle Aufmerksamkeit! Denn schaut man den Film nur nebenher, wird man das Finale und den Twist womöglich nicht verstehen und damit mit sehr vielen Fragezeichen zurück gelassen...
Beeindruckender Mindfuck (hier passt der Begriff dann sogar buchstäblich), der die "Vergewaltigung" der Gedanken dann noch einmal zusätzlich mit realer, körperbetonter Gewalt unterstreicht. Grausam schön!

sezzz liked these reviews

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