No Time to Die

No Time to Die ★★★½

Der neue Bond macht vieles richtig, leider aber genau so viel falsch.

Positiv zu erwähnen ist das erste Drittel des Films, dass packt und tolle Action bietet. Auch profitiert No Time To Die von einem Daniel Craig, der hier wohl seine beste Leistung als ikonischer 007 Agent zeigt. Ana de Armas ist mal wieder ganz toll, kommt leider etwas kurz. Viele der Gadgets sind wirklich nett inszeniert und kreativ eingebettet. Schön auch, dass eigentlich alle Mitstreiter der Craig 007 hier ihre Szenen bekommen. Das macht den Abgesang auf die Daniel Craig Ära besonders emotional. Die Drehorte sind ebenfalls wieder top!

Für Craig's Abgang hätte ich mir aber dennoch einen "besseren" Film gewünscht. Nicht in Sachen Spektakel, da rauscht und rummst es an jeder Ecke. Eher in Sachen Tiefgang und Qualität der Figuren und Story.

Besonders die Gegenspieler und deren Motivationen/Ziele sind so hanebüchen, dass es mich immer wieder rausgerissen hat. Bösewicht Safin ist mal wieder einer der anscheinend alles hat, kann und aus dem Nichts aufgetaucht ist. So dünn und langweilig wie seine Figur bleibt seine Performance. Seinen Untergebenen sind Einheitsbrei, die man nach ein paar Sekunden bereits wieder vergessen hat. Leider sind das Punkte, die den Film dann spätestens zur Hälfte einbrechen lassen. Einige Story-Elemente sind wenig durchdacht. Der gute Bond wird wohl 3-4 Mal in unmittelbarer Nähe von einer Granate malträtiert, trägt dennoch höchstens einen halben Hörsturz davon. Das ist lazy Scriptwriting wie es...naja.. im Drehbuche steht. Aus der Prämisse neben Spectre einen neuen gefährlichen Player auf der Bühne zu haben wird rein gar nichts gemacht. Schwach.

Blofeld darf auch noch mal ran, was mir im Vorfeld doch Freude gemacht hat. Ich mag den Waltz, leider versagen die Drehbuchschreiber bei ihm auf ganzer Linie. Eigentlich hätte es ihn im Film gar nicht gebraucht. Damit ist er weiss Gott nicht alleine. Generell hätte ich auf einige der Figuren in No Time To Die verzichten können. Da wollte man eindeutig zu viele Schienen bedienen was dem Streifen nicht gut steht und ihn zu fest aufbläht.

Leider gerät dann auch noch das Ende unbefriedigend und zieht sich etwas in die Läge. Da hätte man viel mehr Potential gehabt. Das Ganze endet für Bond Verhältnisse geradezu trivial. Schade.

Ich klinge beim Sammeln meiner Gedanken negativer als beabsichtigt. Wie gesagt gibt es für viele Unzulänglichkeiten doch auch gute Momente. Die Länge war für mich nur bedingt ein Problem. Als 007 Streifen geht das hier schon in Ordnung. Jedoch hätten die Craig Bonds auch immer das Potential für wahre Grösse gehabt. Leider wird das bei No Time To Die nicht eingelöst. An den phänomenalen Casino Royal kommt der neuste Output des Franchises nicht ran. Sicheres Mittelfeld...eine kleine Enttäuschung wenn man bedenkt, dass man hier doch "all-out" hätte gehen können.

Oliver liked these reviews

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