Dune

Dune ★★★½

Dune ist gigantisch, größenwahnsinnig und vor allem sehr laut.

Der vollkommen überladenene Soundtrack von Hans Zimmer dröhnt wirklich jede noch so kleine Szene zu einem monumentalen Moment der Filmgeschichte hoch.
Natürlich entstehen dadurch auch beeindruckend epische Momente, wie zum Beispiel die erste Begegnung mit Sandwurm.

Überhaupt ist dies die für mich stärkste Sequenz im Film.
Hier zeigen sich deutlich Denis Villeneuves altbekannte Qualitäten, innerhalb kürzester Zeit eine enorme Spannung zu erzeugen.

Die Last, die dieser Film zu tragen hat, ist ebenfalls enorm.
Er dient dazu, die versammelte Kinowelt in ein neues Universum einzuführen.
Ein Universum, das neu ist und dank des talentierten Kopierers George Lucas doch vertraut wirkt.

Entsprechend hat der Film jedoch eine große Menge an Exposition zu leisten, was häufig zwar gut gelingt, aber auch zu Momenten führt, in denen Figuren sich vollkommen unnötigerweise nochmal erklären, was jetzt genau Phase ist.

Überhaupt sind die Dialoge oft sehr hochtragend und wirken doch oft sehr weltfremd (bestes Beispiel, wenn Paul seiner Mutter erklärt, weswegen er Arrakis nicht verlassen möchte und wieter in die Wüste ziehen will).
Das ist natürlich eine Kinderkrankheit solcher Filmepen, ernstzunehmen ist es dennoch nicht konstant.

Die Menge an eingeführten Figuren, Häusern und Orten kann überfordernd sein, wird von Villeneuve aber dennoch relativ übersichtlich gestaltet.
Auffällig ist aber in jedem Fall, dass einige Charaktere innerhalb des Film sehr plötzlich vollkommen aus dem Fokus geraten.

Dune ist ein visuell interessanter Film.
Dune macht auch inhaltlich wirklich sehr neugierig.

Und doch ist der "beste Film 2020, äh 21" (Marco Risch) eben genau das nicht.

Dune ist kein philosophisches Werk mit langen und wunderschönen Einstellungen wie das Meisterwerk Blade Runner 2049.

Dune ist ein Unterhaltungsfilm. Einer der besten der letzten 10 Jahre, das ganz zweifellos. Technisch, schauspielerisch und inszenatorisch wahnsinnig stimmig und beeindruckend.

Und doch: für einen wirklichen Meilenstein fehlt ihm die Eigenständigkeit, die Zeit, um in die Tiefe zu gehen, die Möglichkeit, die Figuren in aller Differenziert einzuführen.

Der Grundstein ist gelegt. Jetzt liegt es am Publikum den zweiten Teil zu ermöglichen.

Und dann ist es an Denis Villeneuve, den Sand zu sieben und darauf aufbauend weitere Schritte zu unternehmen in die Weiten dieser gigantischen Wüste.

Tilman liked these reviews

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