Pan's Labyrinth

Pan's Labyrinth ★★★★

"Pans Labyrinth" steht seit über einem Jahr in meinem Regal und aus welchem Grund auch immer habe ich den Film ewig vor mir her geschoben. Auf dem Weg die Top 250 von Letterboxd zu schauen ist eben auch dieser Film von Nöten und so habe ich mich heute dazu durchringen können, ihn einzulegen und bereut habe ich es definitiv nicht. An erster Stelle muss ich zugeben, dass ich über den politischen Hintergrund des Films selbst, also das Spanien der Franco-Diktatur, quasi nichts wusste, jedoch bezweifle ich, dass entsprechendes Vorwissen die Erfahrung um ein Vielfaches verbessert hätte, der eigentlich Punkt des Films nämlich wird auch so durchaus ersichtlich. Im äußeren Gewand eines Fantasyfilms mit Horrorelemente wird uns hier ein Drama präsentiert, welches immer wieder den Krieg in den Vordergrund rückt und dies hat mir wirklich gut gefallen. Leider tritt der Film meiner Ansicht nach gegen Mitte des zweiten Aktes ein wenig auf der Stelle und im allgemeinen hätte ich mir ein wenig mehr von der traumhaften Fantasy gewünscht, welche unweigerlich an "Labyrinth" mit David Bowie erinnert. Besonders das fantastische Charakterdesign/Make-up ist überaus bemerkenswert und dem ganzen Look des Films sieht man sein Alter von nun schon 14 Jahren keineswegs an, was mitunter an den vielen praktischen Effekten liegt, auf welche der Film setzt. Begleitet werden diese von einer stets sehr guten Kameraführung und einem gelungenen Schnitt, sowie einem passenden und stimmungsvollen Score. Die Haupt- und Nebencharaktere machen unter dem Gesichtspunkt Tiefe einen guten Eindruck, auch wenn wohl gerade bei Ofelias Mutter ein wenig Potenzial liegen gelassen wurde. Schauspielerisch ist der Film super und insbesondere Doug Jones muss hier einfach in den Himmel gelobt werden, da er die beiden mystischen Figuren, welche er verkörpert, unfassbar authentisch spielt.
Man merkt "Pans Labyrinth" zu jedem Augenblick an, wieviel Herzblut Guillermo del Toro in diese Projekt gelegt hat und es wird stets deutlich weswegen. Der Film ist etwas besonderes und vor allem sein Look macht ihn zu dem, was er ist. Dass mich der Film gegen Mitte des zweiten Aktes ein wenig verlor ist schade und auch die Charaktere an sich konnten mich nur bedingt in den Bann ziehen, auch wenn sie gut geschrieben waren, weswegen ich einige kleine Punktabzüge vornehmen muss. Der Film ist für mich nichtsdestotrotz nah an der nächsthöheren Wertung und auch ein Herz schließe ich nach einem Rewatch keineswegs aus.

8.0/10

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